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Heute früh ist in Moskau der Patriarch der orthodoxen Kirche von Moskau und ganz Russland Alexij II verstorben.

Vechnaja pamjatj.

Heute vor 90 Jahren wurde der letzte russische Zar Nikolaj II zusammen mit seiner Familie von den Bolschewisten im Keller des Jepatjev-Hauses in Jekaterinburg ermordet.

Im Verlauf der Revolutionen, die Russland im Jahr 1917 ergriffen, der Februar- und der Oktoberrevolution, hat die Ermordung der Zarendynastie ihren festen Platz. Sie bildet den Auftakt zum Roten Terror. Mit dem Tod des Zaren verloren die Bolschewisten die Scheu, ihre Ziele mittels Terror durchzusetzen. Bezeichnend ist hier das Zitat von Leo Trotzki:
„Man muss für immer Schluss machen mit dem Popen- und Quäkergeschwätz über den heiligen Wert des menschlichen Lebens“.

Quelle: Wikipedia

Im Jahr 2000 hat die russisch-orthodoxe Kirche die Zarenfamilie als strastoterpcy – Leidenserdulder – und Märtyrer heilig gesprochen. Oberpriester Aleksander Schargunov schrieb im Februar 2000 – noch vor der Kanonisierung – einen Artikel „Über die Bedeutung der Kanonisierung der Märtyrer der Zarenfamilie“. Hier ein paar Auszüge:

[…]
Wenn sie den Zar nicht gestürzt, nicht ermordet hätten, dann hätten sie auch die Priester und das ganze gläubige Volk nicht umbringen können. Er wurde zum Erstmärtyrer in der Kirche der Neumärtyrer, auch wenn das chronologisch nicht ganz stimmt.
[…]
Symbolträchtig ist, dass sie nicht nur den Zar und seine Familie ermordet haben, sondern auch alle seine treuen Diener. Die Märtyrer der Zarenfamilie und ihre Diener sind ein Symbol für Russland. Das war wie die Vernichtung ganz Russlands, aller, die dem Zar ergeben waren. Und danach haben sie sich bemüht, die umzubringen, die sie [die Zarenfamilie] kannten, damit es keine Erinnerung mehr [an sie] gäbe.
[…]
Warum kann die Kanonisierung des Zaren dem gläubigen Volk geistliche Kraft geben, warum kann sie zum Wunder der Wunder werden? Deshalb, weil das bedeuten würde, dass die ganze Lüge des 20. Jahrhunderts umstürzt und abfällt wie Fäulnis, und sich stattdessen die Wahrheit offenbart. Die Kanonisierung des Zaren wird ein Sieg über die dunklen antichristlichen Kräfte, die Russland 1917 besiegt haben.
[…]

Quelle: Russkij Dom 2/2000

Vielleicht können wir nach diesen Worten ein bisschen besser verstehen, warum Zar Nikolai II in Russland und der orthodoxen Kirche so eine große Bedeutung beigemessen wird. Er war nicht nur der letzte Monarch, er gilt auch als Herrscher, der zu Lebzeiten sehr fromm und demütig war und sich letztlich für sein Land geopfert hat. Seine letzten Worte sollen die gewesen sein, die auch Christus am Kreuz gesprochen hat: „Vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun…“

Gebet am Geburtstag

Herr Gott, Gebieter aller sichtbaren und unsichtbaren Welt! An Deinem heiligen Willen hängen alle Tage und Jahre meines Lebens. Ich danke dir, allerbarmherzigster Vater, dass Du mir erlaubt hast, ein weiteres Jahr zu erleben; ich weiß, dass wegen meiner Sünden ich dieser Barmherzigkeit nicht würdig bin, aber Du erweist sie mir in Deiner unaussprechlichen Menschenliebe. Verlängere für mich Sünder deine Barmherzigkeit: lass mein Leben in Tugend, Ruhe, Gesundheit, Frieden mit allen Anverwandten und Einvernehmen mit allen Nächsten verlaufen. Schenke mir zahlreich Früchte der Erde und alles, was für die Stillung meiner Bedürfnisse nötig ist. Vor allem aber reinige mein Gewissen, stärke mich auf dem Weg des Heils, damit ich, ihm folgend und nach langjährigem Leben in dieser Welt in das ewige Leben übergehend, für würdig befunden werde, Erbe Deines Himmlischen Königreiches zu sein. Du selbst, Herr, segne das Jahr, das ich beginne, und alle Tage meines Lebens.
Amen.

Quelle: Молитвы ко Господу Богу (Gebete zu Gott, dem Herrn), ISBN 5-88060-098-X

Vor kurzem hat jemand nach den Gebetsregeln in deutscher Sprache gefragt. Ich habe lange gesucht und heute das orthodoxe Gebetbuch in deutscher Sprache mit den Morgengebeten, Abendgebeten, Gebeten zur Hl. Kommunion und einigen anderen im Netz gefunden.

Kommentare

Ein Herr, der sich Vincentius Lerinensis nennt, hat es sich zur Aufgabe gemacht, seine Meinung über die russisch-orthodoxe Kirche und ihre Vertreter auf meinen Seiten kundzutun. Zwei seiner Kommentare habe ich gelöscht – nicht weil ich etwas gegen Kommentare und Meinungen habe, sondern weil mir deren Ton nicht gefallen hat. Heute nun durfte ich wieder eine seiner Meldungen lesen:

Offenbar war Ihnen mein Kommentar zu den Ereignissen Ihrer Parasynagoge nicht angenehm, insbesondere die Tatsache, dass ich auf den plötzlich erfolgten Tod von Wassili alias Lauvr Skurla, diesem Verräter, hingewiesen habe. Was Sie tun, ist typisch stalinistisch. Eine andere Meinung wird einfach gewaltsam unterdrückt oder totgeschwiegen. So einfach ist die Sache. Gott lässt seiner nicht spotten. Das soll Ihnen und Ihren Hintermännern gesagt sein.

Sehr geehrter Herr,
sollten Sie es noch nicht bemerkt haben – das hier ist eine private Seite, ganz ohne Hintermänner. Wenn Sie Ihre Meinung gern unter das Volk bringen wollen, dürfen Sie sich ein eigenes Blog anlegen und dort nach Belieben schreiben und schreien. Hier nicht. Das ist mein Blog, und hier bestimme ich den Inhalt. Das ist nicht stalinistisch, sondern mein Recht als „Hausherrin“ – ich muss auch in meine Wohnung nicht jeden herein lassen, der sich gerne ein wenig bei mir austoben will. Ich hätte Ihnen ja vielleicht sogar Einlass gewährt und ein wenig mit Ihnen diskutiert, denn auch ich finde nicht alles toll am Moskauer Patriarchat. Aber dazu wäre ich nur dann bereit gewesen, wenn Sie sich höflich und mit Anstand ausgedrückt hätten und nicht gleich über mich hergefallen wären mit allerlei Behautpungen.

Noch ein kleiner Hinweis: Gott lässt Seiner nicht spotten, das haben Sie ganz richtig geschrieben. Aber offensichtlich haben Sie andere Teile der Bibel weniger gut im Gedächtnis – Gott hat es ganz sicher nicht nötig, dass man Seine Sache mit Beschimpfungen und Beleidigungen gegen andere vertritt. Ich darf ein wenig zitieren:

Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein …
(Joh. 8, 7)

Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns.
(1. Joh. 1, 8 )

… wie ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, so tut ihnen auch!
(Luk. 6, 31)

Wenn jemand spricht: Ich liebe Gott, und hasst seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, der kann nicht Gott lieben, den er nicht sieht.
(1. Joh. 4, 20)

Und zum Schluss Galater 5, 13-15: 

Ihr aber, liebe Brüder, seid zur Freiheit berufen. Allein seht zu, dass ihr durch die Freiheit nicht dem Fleisch Raum gebt; sondern durch die Liebe diene einer dem andern. Denn das ganze Gesetz ist in einem Wort erfüllt, in dem »Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!« Wenn ihr euch aber untereinander beißt und fresst, so seht zu, dass ihr nicht einer vom andern aufgefressen werdet.

In diesem Sinne alles Gute.

Begegnung mit Gott

Heute feiern russisch-orthodoxe (und andere orthodoxe Christen, die nach dem sogenannten „alten Kalender“ leben) das Fest der Darbringung Christi im Tempel von Jerusalem, im Russischen bzw. Slawischen als „Sretenie Gospodnje“ bezeichnet, was übersetzt „Treffen des Herrn“ oder „Begegnung mit dem Herrn“ heißt.

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Mit diesem Feiertag wird in erster Linie an den Tag erinnert, an dem Jesus als kleines Kind von Maria und Joseph in den Tempel nach Jerusalem gebracht wurde, um ihn als Erstgeborenen – wie vom jüdischen Gesetz vorgeschrieben – Gott zu weihen. Nachzulesen ist das Ganze in der Bibel im Lukasevangelium Kapitel 2 ab Vers 22. Im Tempel begegnet der Familie mit dem Kind zuerst Simeon, ein alter Mann, der gemäß den Geboten Gottes lebt und die Verheißung bekommen hat, dass er nicht stirbt, ehe er den Messias sieht, dann auch Hanna, eine alte Frau mit prophetischen Gaben, die im Tempel diente. Für beide ist das die lang ersehnte Begegnung mit Gott, und die Worte, die Simeon als Dankgebet spricht, sind nunmehr Teil der Liturgie des orthodoxen Abendgottesdienstes:

Nun, Herr, entlässest Du Deinen Knecht nach Deinem Worte in Frieden; denn meine Augen haben ´Dein Heil gesehen, welches Du bereitet hast vor dem Angesicht aller Völker: ein Licht zur Offenbarung der Nationen und zur Herrlichkeit deines Volkes Israel.

Zum anderen ist dieser Feiertag natürlich auch dazu geeignet, uns daran zu erinnern, dass die Begegnung mit Gott nicht nur vor 2000 Jahren stattfinden konnte, sondern dass jeder, der Gott sucht, Ihm auch heute begegnen kann:

Ihr werdet Mich suchen und finden; denn wenn ihr Mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will Ich Mich von euch finden lassen, spricht der HERR…
(Bibel, Buch des Propheten Jeremia, Kap. 29 Vers 13 f.)

Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.
(Bibel, Brief an die Hebräer, Kap. 13, Vers 8 )

Gerechtigkeit

Begebenheit aus der Sowjetzeit:

Im Lager fragt ein Gefangener einen ebenfalls inhaftierten Priester:
– Und wo ist die Gerechtigkeit?
– Gerechtigkeit ist in der Hölle.
– Und was ist dann im Paradies?
– Im Paradies ist Gnade…

Quelle: Orthodoxe Familienzeitung 01/2008 (Online-Ausgabe)

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