Wie komme ich eigentlich dazu, über die russische Orthodoxie zu schreiben? Ganz einfach: weil mein Leben eng mit ihr verbunden ist. Ich wohne und arbeite seit einigen Jahren in Russland und bin mit einem orthodoxen Christen verheiratet. Die Frage, ob ich denn selbst auch orthodox bin, lässt sich nicht so einfach beantworten: Ich bezeichne mich manchmal als „orthodoxe Protestantin“, denn offiziell gehöre ich seit Januar 2004 (auch) der orthodoxen Kirche an, und da gehen wir auch regelmäßig zum Gottesdienst hin. Ich habe mich aber von meinen baptistisch-protestantischen Wurzeln nie losgesagt, und die prägen natürlich meine Wahrnehmung der Orthodoxie. Mit vielen, aber nicht mit allen orthodoxen Ansichten/Lehren/Traditionen konnte und kann ich mich (bisher) anfreunden und identifizieren, und ich werde wohl auch immer ein Stückchen Protestant bleiben.
Nun kann man natürlich weiter fragen, warum ich denn dann die Konfession gewechselt habe, wenn ich mit der „alten“ doch ganz zufrieden war und mir die „neue“ nicht hundertprozentig passt. Ich will das an dieser Stelle nicht groß erklären, denn das ist nicht der richtige Ort dafür - nur so viel: Ich würde nicht sagen, dass ich eine Konfession gegen die andere getauscht habe, sondern dass die eine die andere ergänzt. Jaja, ich weiß, das widerspricht sich, denn sie sind ja doch recht unterschiedlich, und manchmal komme ich mir schon vor, als ob ich zwischen den Stühlen sitze. Aber ich finde Gottes Schätze sowohl in der einen Schachtel mit der Aufschrift „Baptistengemeinde“ als auch in der anderen mit dem Schild “russisch-orthodoxe Kirche“. Und wer sagt, dass man nur eine von beiden öffnen darf?
Wer also ein wenig mit mir in der russisch-orthodoxen Schatzkiste stöbern möchte, ist herzlich dazu eingeladen. Und wer Fragen oder Anmerkungen hat – einfach melden.
Hallo Manu
Danke für diese Seite – echt interessant und so ein Blogs hat gefehlt. Mir geht es ausserdem gleich wie Dir – auch ich bin mit einem russisch-orthodoxen Partner verheiratet, bin aber ursprünglich protestantisch und zur orthodoxen Kirche konvertiert. Ich denke, da wir beide protestantische Wurzeln haben, sehen wir die orthodoxe Kirche mit ganz speziellen Augen und sehen Sachen, die vielleicht ein „normaler“ Orthodxer gar nicht mehr sieht.
Grüsse aus dem Jersulem des Ostens,
Podvalov
PS: Ich habe Deine Blogs in meine Blog-Liste aufgenommen.
Wunderbar ! Sowas habe ich doch auch noch gesucht, gleich abonniert und in meinem DEutschland-SIBirien-Forum verlinkt
http://www.desib.de/include.php?path=forum/showthread.php&threadid=854
Ich freue mich auf interessante, informative Einblicke in die reiche Welt der Orthodoxie aus einer erweitern Sicht – so würde ich zunächst mal Deine Position, die der Gefahr eines engen Scheuklappen-Denkens’ vorzubeugen vermag – bezeichnen.
Herzlichen Dank für diesen Blog
sagt Ralf
Eine liebevoll gemachte Seite, die mich sehr anspricht und vor allem so wahnsinnig interessant ist.
Ich habe schon länger nach Infos über die orthodoxen Kirchen gesucht, die über lexikalisch kurze Sätze hinausgehen. Danke dafür!
Übrigens kann ich gut verstehen, dass Du mit einem Bein auf protestantischem und dem anderen auf orthodoxem Grund stehen kannst. Ich (luth. Protestant) habe viele, viele Jahre sowohl in meiner als auch in der katholischen Kirche Orgel gespielt und hatte beide Gottesdienste liebgewonnen.
Im Garten Gottes blüht nicht nur eine Blume, wir können uns an Vielfalt erfreuen und das ist schön am Glauben!
Hallo Manu,
ich finde Deine Seite sehr interessant und werde sie öfters besuchen. Obwohl ich nicht der orthodoxen Kirche angehöre, habe ich eine innere Zugehörigkeit zur Orthodoxie. Bei meinen Besuchen im Altai habe ich mehrfach Altgläubige Gemeinden kennen gelernt und wunderbare Menschen gefunden. Was mich dort besonders erstaunt hat, daß Altgläubige ein sehr schönes Museum über Nikolaus Röhrich aufgebaut haben. So etwas könnte ich mir bei unseren Pietisten kaum vorstellen.
Uli