Ein Herr, der sich Vincentius Lerinensis nennt, hat es sich zur Aufgabe gemacht, seine Meinung über die russisch-orthodoxe Kirche und ihre Vertreter auf meinen Seiten kundzutun. Zwei seiner Kommentare habe ich gelöscht – nicht weil ich etwas gegen Kommentare und Meinungen habe, sondern weil mir deren Ton nicht gefallen hat. Heute nun durfte ich wieder eine seiner Meldungen lesen:
Offenbar war Ihnen mein Kommentar zu den Ereignissen Ihrer Parasynagoge nicht angenehm, insbesondere die Tatsache, dass ich auf den plötzlich erfolgten Tod von Wassili alias Lauvr Skurla, diesem Verräter, hingewiesen habe. Was Sie tun, ist typisch stalinistisch. Eine andere Meinung wird einfach gewaltsam unterdrückt oder totgeschwiegen. So einfach ist die Sache. Gott lässt seiner nicht spotten. Das soll Ihnen und Ihren Hintermännern gesagt sein.
Sehr geehrter Herr,
sollten Sie es noch nicht bemerkt haben – das hier ist eine private Seite, ganz ohne Hintermänner. Wenn Sie Ihre Meinung gern unter das Volk bringen wollen, dürfen Sie sich ein eigenes Blog anlegen und dort nach Belieben schreiben und schreien. Hier nicht. Das ist mein Blog, und hier bestimme ich den Inhalt. Das ist nicht stalinistisch, sondern mein Recht als „Hausherrin“ – ich muss auch in meine Wohnung nicht jeden herein lassen, der sich gerne ein wenig bei mir austoben will. Ich hätte Ihnen ja vielleicht sogar Einlass gewährt und ein wenig mit Ihnen diskutiert, denn auch ich finde nicht alles toll am Moskauer Patriarchat. Aber dazu wäre ich nur dann bereit gewesen, wenn Sie sich höflich und mit Anstand ausgedrückt hätten und nicht gleich über mich hergefallen wären mit allerlei Behautpungen.
Noch ein kleiner Hinweis: Gott lässt Seiner nicht spotten, das haben Sie ganz richtig geschrieben. Aber offensichtlich haben Sie andere Teile der Bibel weniger gut im Gedächtnis - Gott hat es ganz sicher nicht nötig, dass man Seine Sache mit Beschimpfungen und Beleidigungen gegen andere vertritt. Ich darf ein wenig zitieren:
Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein …
(Joh. 8, 7)
Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns.
(1. Joh. 1, 8 )
… wie ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, so tut ihnen auch!
(Luk. 6, 31)
Wenn jemand spricht: Ich liebe Gott, und hasst seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, der kann nicht Gott lieben, den er nicht sieht.
(1. Joh. 4, 20)
Und zum Schluss Galater 5, 13-15:
Ihr aber, liebe Brüder, seid zur Freiheit berufen. Allein seht zu, dass ihr durch die Freiheit nicht dem Fleisch Raum gebt; sondern durch die Liebe diene einer dem andern. Denn das ganze Gesetz ist in einem Wort erfüllt, in dem »Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!« Wenn ihr euch aber untereinander beißt und fresst, so seht zu, dass ihr nicht einer vom andern aufgefressen werdet.
In diesem Sinne alles Gute.